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Demnächst. |
Eine deutsch-deutsche Geschichte hätte im Mittelpunkt des 105. „Talk im Bock“ am 7. Juni stehen sollen. Als Gast war Joachim Gauck verpflichtet worden, der „Revolutionspastor“ aus Rostock, von 1990 bis 2000 Bundesbeauftragter für die Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Doch drei Tage vor der Veranstaltung überschlugen sich die Ereignisse. Plötzlich war Gauck Kandidat für die Nachfolge des zwei Tage vorher zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler. SPD und Grüne hatten Gauck nominiert. Damit war der Besuch beim TiB Geschichte. Gauck rief persönlich an und sagte ihn ab allerdings mit dem Versprechen, zu einem späteren Zeitpunkt nach Leutkirch zu kommen.
Dann wird das Gespräch mit TiB-Moderator Bernd Dassel um eine aktuelle Komponente erweitert werden: Wie das alles mit der Kandidatur gelaufen ist, wie Gauck die unglaubliche große Zustimmung in der Bevölkerung empfunden hat und ob er nicht irgendwann selbst an seine Chance glaubte, die Wahl gegen Christian Wulff gewinnen zu können, obwohl das rein rechnerisch fast unmöglich schien.
Gaucks Vorgeschichte ist in seinem Buch „Winter im Frühling, Sommer im Herbst“ (Siedler-Verlag) nachzulesen. Er war Leiter jener Institution, die die Akten der Stasi gesichtet und den Opfern zugänglich gemacht hat. Man nannte sie verkürzt die „Gauck-Behörde“, in der die Giftschränke des Unrechtsstaates DDR geöffnet und der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurden undrden - nun unter seiner Nachfolgerin Marianne Birthler.
Der Weg des späteren Pfarrers hatte von einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern in die große Politik geführt. Geboren 1940 in Rostock, wird Joachim Gauck später Pastor im Kreis Güstrow und in Rostock-Elvershagen, dann Stadtjugendpfarrer. Er organisiert Kirchentage in Mecklenburg und ist schon damals den staatlichen Behörden ein Dorn im Auge. Aber er bleibt allzeit standhaft und lässt sich nicht mit dem Regime ein.
Der Zusammenbruch der DDR, die friedliche Revolution, ist eine Zäsur auch in Joachim Gaucks Leben. Durch die Ereignisse im Jahr 1989, noch vor der Wende, wächst Gauck Schritt für Schritt in eine politische Rolle hinein. Am Ende stehen die „Wiedergeburt des mündigen Bürgers“ und die deutsch-deutsche Wiedervereinigung.
Über diese Zeiten, die die Welt verändert haben, spricht Joachim Gauck beim „Talk im Bock“ ebenso wie über die Allmacht von Partei und Staat in der DDR; er wird, eine allseits anerkannte moralische Instanz in diesem Land, Stellung beziehen zu seinem Kampf gegen die Verklärung des Unrechtsstaates DDR, und er wird auch begründen, warum er trotz aller Schikanen der DDR nie den Rücken gekehrt hat. Musik: Just Friends; Eintritt: frei
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